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Fliegen hat sehr viel mit der Schwerkraft zu tun, denn um abheben zu können, muss die Anziehung der Erde überwunden werden. In der Natur zeigen uns die Vögel wie es geht, und zwar dadurch, dass sie Gewicht sparen.

Selbst eine der größten flugfähigen Vogelarten der Welt, der südamerikanische Kondor, ist im Verhältnis zu seiner Größe ein Leichtgewicht. Das Tier bringt es von den Krallen bis zum Kopf auf über einen Meter Höhe und auf eine beeindruckende Flügelspannweite von rund drei Metern. Dabei wiegt ein ausgewachsenes Männchen nur etwa 12 kg.

Andenkondor

Das Geheimnis besteht also im richtigen Verhältnis der Auftriebsfläche. Allerdings hat der Mensch einen Weg gefunden, das Startgewicht zu erhöhen, ohne die Flügelfläche oder Auftriebsfläche zu vergrößern. Durch eine entsprechende Motorisierung. Mit der Erfindung der Düsenstrahltriebwerke, den Jets, wurden Dinge in der Luftfahrt möglich, die vorher undenkbar waren. Das Gewicht eines Flugzeuges spielt aber weiterhin eine zentrale Rolle, auch bei den Privatjets.

Wie viel wiegen Privatjets?

Privatjet am Flughafen

Die Frage nach dem Gewicht eines Privatjets lässt sich nicht einfach über die Masse des jeweiligen Flugzeuges beantworten. Fliegen ist ein sehr komplexer Vorgang. Wenn bei einem Privatjet vom „Startgewicht“ geredet wird, dann setzt sich dies aus sechs verschiedenen Gewichtseinheiten zusammen, die für das jeweilige Flugzeug ermittelt wurden:

Empty Weight (Leergewicht)

< Basic Weight

< Dry Operating Weight

< Zero Fuel Weight

< Ramp Weight

< Take-Off Weight (Startgewicht)

Bei all diesen Zwischenstufen vom Leergewicht bis zum Startgewicht geht es aber nicht nur um die reine Masse, sondern auch um deren Verteilung im Flugzeug, damit es zu keiner Zeit zu einer instabilen Fluglage kommt. Dabei verändern sich während des Fluges durch den Verbrauch von Treibstoff und Schmiermitteln die Gewichte. Das bedeutet, dass auch das sogenannte Planned Aircraft Landing Weight, das geplante Landegewicht, berechnet werden muss.

Darin sind auch Reserven mit einberechnet und das Landegewicht ist die Basis für die Reiseflughöhe, die Reichweite und die Menge an Treibstoff, die für den Flug aufgenommen wird. In der Öffentlichkeit ist oft von Kurz- Mittel- und Langstreckenflugzeugen die Rede. Tatsächlich ist aber das Gewicht oder besser das „maximum take off weight“ (MTOW) des jeweiligen Privatjets ausschlaggebend für die Leistung.

Was ist MTOW und wie berechnet es sich?

Wenn sich das Fahrwerk eines Flugzeuges beim Abheben vom Boden löst, darf das Flugzeug nur eine bestimmte Startmasse besitzen, das „maximum take off weight“ (MTOW). Das MTOW wird durch die Strukturfestigkeit des jeweiligen Flugzeuges bestimmt, für die wiederum der Hersteller verantwortlich ist.

Berechnet und festgelegt wird die Strukturfestigkeit anhand der sogenannten g-Kräfte sowie der Auftriebskraft, aus denen sich „n“ ergibt, das Lastvielfache, das auf alle Teile eines Flugzeuges wirkt. Es wird auch von dem G-Faktor gesprochen. Dieser bestimmt ebenso die höchst zulässigen Flugmanöver eines Flugzeuges, etwa bei einem Kurvenflug oder wenn bei Start oder Landung Windböen auftreten.

Wenn ein Flugzeughersteller einen Privatjet baut, ist die Strukturfestigkeit und deren Lastvielfaches die Grundlage für die Berechnung des MTOW, das sich wiederum aus den Gewichtseinheiten zusammensetzt, die im vorhergehenden Absatz aufgeführt sind. Letztlich verhindert das durch den Hersteller festgelegte und in Europa durch die Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA) zertifizierte MTOW die Überladung eines Flugzeuges, nachfolgend drei Beispiele:

  • Honda HA-420 Hondajet = 4.845 kg (10.700 lb) MTOW
  • Bombardier Learjet 45 = 9163 kg (20.200 lb) MTOW
  • Dassault Falcon 7X = 31.300 kg (69.000 lb) MTOW

Die oben aufgeführten Flugzeugtypen mit ihren jeweiligen MTOW sind typische Vertreter ihrer Klassen im Bereich der Privatjets und werden im folgenden Absatz näher behandelt.

Die Unterschiede zwischen Light Jet, Midsize Jet und Heavy Jet

Honda HA-420 Hondajet

Ein Light Jet oder auch light Business Jet ist ein Düsenflugzeug für maximal fünf bis sechs Passagiere. Dazu gehört beispielsweise der Honda HA-420 Hondajet. Der Light Jet von Honda fasst sechs Passagiere und besitzt bei einer Reisegeschwindigkeit von 680 km/h eine maximale Reichweite von 2600 Kilometer.

Der Midsize Jet ist für fünf bis zehn Passagiere ausgelegt. So etwa der Bombardier Learjet 45 für maximal neun Personen. Die Reichweite des Learjet 45 beträgt rund 4000 Kilometer, die Reisegeschwindigkeit liegt bei 800 km/h. Im Gegensatz zu den meisten Light Jets verfügen Midsize Jets in der Regel über eine Bordtoilette.

Mit einem Heavy Jet können bis zu 18 Passagiere transportiert werden. Ein Beispiel hierfür ist die Dassault Falcon 7X. Mit ihr können bis zu 14 Passagiere gut 11.000 Kilometer weit transportiert werden. Die Reisegeschwindigkeit beträgt 850 km/h. Durch das große Platzangebot des Falcon 7X sind je nach Ausstattung Bordküche und zwei Toiletten möglich.

Die größte Klasse bezüglich Privatjets ist übrigens die der „Airliner 50+“, denn selbst ein Airbus A380 kann für private Zwecke gemietet werden. Dessen MTOW liegt bei 569 Tonnen, was 117 Flugzeugen des Typs Honda HA-420 entspricht. Es kommt einfach auf den Zweck an, möglich ist alles. 

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