Der Traum der Menschheit, frei wie ein Vogel fliegen zu können, ist schon sehr alt: In der griechischen Mythologie erschuf Daidalos Flügel für sich und seinen Sohn Ikarus, um der Gefangenschaft auf Kreta durch König Minos zu entfliehen. Leonardo da Vinci konstruierte Flugmaschinen, ohne aber je abzuheben. Erst Flugpioniere wie Otto Lilienthal oder die Gebrüder Wright brachten, um das Jahr 1900 herum, der Menschheit diesen Traum wirklich nahe.

Heute, über 100 Jahre später, ist Fliegen eine Selbstverständlichkeit und die sicherste Art, Entfernungen zu überwinden. Im Laufe der Jahrzehnte machte das Flugzeug eine stürmische Entwicklung durch, wobei zuerst der Propeller als Antrieb dominierte, um dann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerade auf der Langstrecke vom Düsentriebwerk abgelöst zu werden. Heute bieten Neuentwicklungen im Bereich Flugzeugantrieb Möglichkeiten, bestimmten Problemen in der Luftfahrt zu begegnen, vor allem im Segment der Geschäftsreiseflugzeuge, in denen sowohl Jet-Triebwerke als auch Turboprop-Antriebe zum Einsatz kommen.

Worin unterscheiden sich Jet und Turboprop?

Bombardier Learjet 31

Ein Jet oder ein Düsentriebwerk ist kein Motor im herkömmlichen Sinne eines Kolbenmotors, wie er in den meisten Pkw verbaut ist. Vielmehr besteht ein Düsentriebwerk aus einer Vielzahl von ummantelten Schaufeln, die sich in Längsrichtung verkleinern. Diese Schaufeln saugen in der Rotation Luft an und verdichten diese. Die hoch verdichtete Luft wird anschließend in der hinter den Schaufeln liegenden Brennkammer durch Einspritzung von Kerosin entzündet und erzeugt so einen permanenten Rückstoß, welcher letztlich das Flugzeug antreibt. Prinzipiell wird in einem Düsentriebwerk eine relativ geringe Menge an Luft stark beschleunigt.

Ein Turbopropantrieb ist eine Kombination aus Düsentriebwerk und Propeller. Hier jedoch dient das Düsentriebwerk hauptsächlich dem Antrieb des Propellers. Im Verhältnis erzeugt das Düsentriebwerk bei einem Turboprop etwa 20 % des Schubs, der Propeller etwa 80 %. Dabei sorgt der Propeller für große Mengen an Luft, die hauptsächlich um das nachfolgende Jet-Gehäuse herumströmen, jedoch wesentlich langsamer als sie dies im Düsentriebwerk tun würden. Das Prinzip hier ist die langsame Beschleunigung großer Mengen an Luft.

Beechcraft King Air 350

Was sind die Vor- und Nachteile eines Turboprops gegenüber dem Jet?

Der wohl wichtigste Punkt, der maßgeblich zur Entwicklung von Turboprobantrieben führte, ist der deutlich geringere Kerosinverbrauch im Verhältnis zu Düsentriebwerken. Zusätzlich ist das im Turboprop verbaute Düsentriebwerk leichter und kleiner als ein gleichwertiger Kolbenmotor, wie er üblicherweise bei Propellermaschinen eingesetzt wird. Auch die Geräusch-Emission eines Turboprops ist geringer als die eines Düsentriebwerks. Zusätzlich ermöglicht ein Turboprop geringere Landegeschwindigkeiten, wodurch sich die benötigte Landestrecke verkürzt.

Als Nachteil eines Turboprops gegenüber eines Jets kann dessen geringere Endgeschwindigkeit, die geringere Reichweite und auch die meist geringere maximale Reiseflughöhe genannt werden. Allerdings sind diese Nachteile  im Segment der Geschäftsreiseflugzeuge oft eher marginal. Gerade hier erfolgt die Nutzung weitgehend im Bereich der Kurz- und Mittelstrecke, wo üblicherweise eher selten Flughöhen von über 8000 Meter benötigt werden und auch die hohe Endgeschwindigkeit von Düsentriebwerken meist nicht genutzt werden kann.

Der sehr dichte Luftraum in Europa erlaubt meist nur Flugkorridore, die in geringeren Höhen von etwa 3000 m verlaufen und so auch mit geringeren Geschwindigkeiten verbunden sind. Bei Sichtflügen dürfen private Flugzeuge im Luftraum Deutschland maximal 460 km/h schnell sein. Auch Flugkapitäne und Piloten können nicht einfach Gas geben, wie es ihnen beliebt. Dies aber führt bei einem Flugzeug mit Düsentriebwerk zu einem sehr hohen Kerosinverbrauch, denn im Gegensatz zu Pkw oder auch Turboprop-Flugzeugen arbeiten Jets am wirtschaftlichsten in großen Flughöhen mit geringem Luftwiderstand und hoher Geschwindigkeit.

Zum Vergleich nachfolgend die wichtigsten technischen Daten eines Düsenflugzeugs und einer Turbopropmaschine, die sich in Größe und Ladevolumen ähneln und hauptsächlich als Geschäftsreiseflugzeuge oder Ambulanzflugzeuge eingesetzt werden:

Es ist letztlich immer eine Frage der Strecke, des Luftraums und auch der Verhältnisse an den Start- und Zielflughäfen, wie wirtschaftlich und zugleich umweltfreundlich ein Flugzeug eingesetzt werden kann. Im extrem dichten Luftraum Europas hat in dieser Hinsicht ein Turbopropflugzeug in der Regel die Nase vorn auch bei der Auswahl an Flugplätzen, denn eine Turbopropmaschine kann unter Umständen ihre Anfluggeschwindigkeit so weit reduzieren, dass die Landung auf sehr kurzen Landebahnen möglich ist.

Fraglos besitzt aber auch der Jet seine Berechtigung, etwa bei Interkontinentalflügen, oder auf jeder Strecke, die hohe Reisehöhen erlaubt. Dort sticht der Jet die Turboprop-Maschine eindeutig aus. Im Vergleich zur Turboprop-Maschine erreicht der Jet letztendlich auch die höhere Geschwindigkeit. 

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