Ein harmloser Sprung ins Meer hat das Schicksal des 16jährigen Souliman von Grund auf verändert: Er schlug mit dem Kopf auf und brach sich den fünften Halswirbel. Seitdem ist Souliman querschnittsgelähmt und kann nur noch den Kopf bewegen. Die behandelnden Ärzte in der Heimat des jungen Marokkaners lehnten eine Operation ab, die seinen Zustand hätte verbessern können. Souliman glaubt, sie hatten ihn schon aufgegeben.

Neue Hoffnung dank Ambulanzflug nach Deutschland

Souliman und seine Familie gaben jedoch nicht auf. Sie wandten sich an die Gelsenkirchener Stiftung Tuisa hilft. Die Stiftung, die sich der weltweiten Hilfe für Menschen in Not verschrieben hat, nahm sich Soulimans Schicksal an und schnell wurde der Plan gefasst, Souliman eine Operation in einem deutschen Krankenhaus zu ermöglichen. Die Operation sollte Soulimans Wirbelsäule entlasten und ihm dabei helfen, einen Teil seiner Beweglichkeit wiederzuerlangen.

Um einen sicheren Krankentransport nach Deutschland zu ermöglichen, setzte Tuisa hilft auf die Erfahrung und das Fachwissen der Deutschen-Privatjet. Wir setzten sofort alle Hebel in Bewegung, um Souliman einen patientenschonenden Ambulanzflug nach Deutschland zu ermöglichen.

Unsere Herausforderung

Soulimans Situation bedeutete nicht nur eine medizinische, sondern auch eine logistische bürokratische Herausforderung: Souliman befand sich in Melilla, einer spanischen Exklave an der Küste Nordafrikas. Die Landung eines Ambulanzflugzeugs mit geeigneter Ausrüstung, um Souliman sicher nach Deutschland zu befördern, war am Flughafen von Melilla aber nicht möglich. Unsere Flugplaner fanden schnell eine Alternative zum Flughafen von Melilla: Im nahegelegenen Nador konnte unser Ambulanzjet problemlos starten und landen.

Ein Flug ab Nador war allerdings mit bürokratischen Hürden verbunden: Melilla ist eine spanische Exklave und gehört damit zur EU. Nador hingegen befindet sich auf marokkanischem Staatsgebiet. Für seinen Ambulanzflug musste Souliman zunächst aus der EU ausreisen, um wenige Stunden später wieder einzureisen.

Als Nicht-EU-Bürger brauchte Souliman also ein neues Einreisevisum und Tuisa hilft hatte bereits die entsprechenden Anfragen gestellt. Doch der bürokratische Prozess zog sich mehr und mehr in die Länge und die Wartezeit drohte, Soulimans Chancen auf Besserung zu beeinträchtigen. Schließlich dauerte der bürokratische Prozess schon Monate an, während in einer deutschen Klinik bereits 48 Stunden nach dem Unfall eine Operation erfolgt wäre.

Unsere Lösung

Auch bei der Beantragung eines Visums für Souliman wussten wir Rat: Die deutsche Botschaft in Marokko kann aus humanitären Gründen in einem stark beschleunigten Visaverfahren ein Notfallvisum erteilen. Wir unterstützten den Vertreter von Tuisa hilft in Marokko beim Beantragungsprozess und stellten der deutschen Botschaft schnellstmöglich alle von uns geforderten Unterlagen zur Verfügung.

So konnte Souliman endlich ein Visum erhalten und seinem Ambulanzflug stand nichts mehr im Wege. Unsere Bodenambulanz holte ihn in Melilla ab und brachte ihn nach Nador zum wartenden Ambulanzflugzeug. Unter bester medizinischer Betreuung wurde Souliman nach Dortmund geflogen und schnellstmöglich in das St. Christophorus-Krankenhaus in Werne gebracht.

Soulimans Zukunft

Schon kurze Zeit später wurde Souliman von den spezialisierten Ärzten in Werne operiert. Dabei wurde Soulimans Halswirbel durch ein Implantat ersetzt und dadurch das Rückenmark entlastet. Inzwischen zeigt Souliman schon erste Fortschritte. Er hat mit einer Reha-Maßnahme begonnen, die ihn auf sein neues Leben vorbereiten soll. Es besteht Hoffnung, dass Souliman die Beweglichkeit von Händen und Armen wiedererlangt.

Für die Reha werden Kosten von 100.000 Euro fällig. Hierfür sind Souliman und Tuisa hilft auf Spenden angewiesen. Wenn auch Sie Souliman unterstützen möchten, finden Sie auf der Website von Tuisa hilft alle benötigten Informationen.

Mehr über Soulimans Geschichte

Die Ruhr Nachrichten und der Westfälische Anzeiger haben über Soulimans Fall berichtet. In beiden Artikeln finden Sie noch mehr Hintergrundinformationen zu seiner Geschichte.

Zurück